futureTEX: vti wirkt am Projekt „Arbeitswelt 4.0“ mit

Im Rahmen des bislang größten deutschen Textil-Forschungsverbundvorhabens  „futureTEX - Ein Zukunftsmodell für Traditionsbranchen in der vierten industriellen Revolution“ wirkt der vti am Teilprojekt „Arbeitswelt 4.0“ mit.   „Dabei handelt es sich um ein Branchenkonzept zur nachhaltigen Sicherung des Arbeitskräftepotenzials unter Berücksichtigung der komplexen Anforderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt“, erläutert vti-Geschäftsführer Dr. Peter Werkstätter. Trotz zunehmender Digitalisierung und der Herausbildung vernetzter Systeme über die eigentliche Fabrik hinaus, stehe weiterhin der Mensch im Fokus aller Prozesse.  

Das Projekt widmet sich den sozialen Aspekten der Industrie 4.0, um begleitend zum industriellen Fortschritt Unternehmen und deren Mitarbeiter für die Zukunft fit zu machen.  Ziele sind die Analyse der Anforderungen und die Modellentwicklung für die zukünftige Arbeitswelt. Fokussiert werden drei fachliche Bereiche: FINDEN von Fach- und Führungskräften mit dem Schwerpunkt Branchen- und Arbeitgeberattraktivität, BINDEN von Mitarbeitern durch gesundheits- und lernförderliche Arbeitsbedingungen über innovative technische und organisatorische Arbeitsgestaltung, QUALIFIZIEREN im Sinne von Weiterbildungskonzepten für eine berufsbegleitende Kompetenzentwicklung. Koordinator des Teilprojekts ist das Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb (IAF) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.  www.futuretex2020.de

 

 

Start für Zukunftsprojekt Health.Textil 4.0

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes Health.Textil war es gemeinsamer Wille der beteiligten Textilunternehmen, die entstandenen Kooperationsbeziehungen weiter zu verstetigen und gemeinsam fortzuführen. Mit dem Projekt Health.Textil 4.0 sind die Voraussetzungen geschaffen, aufbauend auf den Erfahrungen neue Wege für die Anwendung textiler Lösungen in der Gesundheitswirtschaft zu gehen. 

Die Anwendungsbreite neuer Gesundheitstextilien ist groß. Sie reicht von intelligenter und vernetzter Kleidung über antibakterielle Bettlaken bis hin zu Funktionstextilien mit Sensoren, wie z.B. Sturzmattensensorteppiche oder nässesensorische Inkontinzenz-Betteinlagen, auf deren Basis Pflegekräfte besser nach Bedarf eingesetzt werden können. In Zukunft sind beispielsweise auch Wundauflagen denkbar, die Wirkstoffe dosiert abgeben oder den Heilungsfortschritt selbständig dokumentieren. Hier entstehen neue Produkte, die in Verbindung mit telemedizinischen Lösungen eine flächendeckende Gesundheitsversorgung auch in Zeiten von Fachkräftemangel sichern helfen.

„Neue Lösungen mit innovativen Gesundheitstextilien“
Wirtschaftsminister Martin Dulig gab am 8. Juli 2017 symbolisch den Startschuss für das neueste Zukunftsprojekt Health.Textil 4.0, das sich den Gesundheitstextilien widmet. Dazu der Minister: „Sächsische Gesundheitstextilien können beispielsweise helfen, das Problem der multiresistenten Keime in deutschen Krankenhäusern zu lösen. Die Kliniken können auf solche Lösungen aber nur dann im Alltag zurückgreifen, wenn es gelingt, den herkömmlichen Wäscheprozess komplett gleichwertig zu ersetzen. Das und andere Themen sind die Zielsetzungen des Netzwerkes Health.Textil 4.0. Zwölf sächsische Unternehmen wollen gemeinsam dafür sorgen, das Leben von Patienten und Krankenhauspersonal zu erleichtern.“

Zur Unterstützung dieser und anderer guter Ideen hat das Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr ein Förderprogramm für Cluster und Netzwerke der Wirtschaft aufgelegt. „Neue Lösungen finden wir meist dann, wenn wir uns mit kreativen Partnern zusammen tun“, begründet Minister Dulig. Das Projektteam von Health.Textil 4.0, koordiniert vom Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti), ist der erste Antragsteller, der die Förderung nach der neuen SMWA-Förderrichtlinie für Cluster und Netzwerke der Wirtschaft erhält. 

 

 

 

Kompetenz-Atlas „Textile Zukunftslösungen für die Gesundheitswirtschaft“,

vorgestellt am 01.06.2016 anlässlich des „Textilen Gesundheitstages“ im Rahmen der mtex+

 

 

 

Das 2015 auf Initiative des vti gestartete Projekt „health.textil“ ist Ende März 2017 erfolgreich abgeschlossen worden.

Es hatte zum Ziel, den Dialog zwischen Textilindustrie und Gesundheitswirtschaft in Sachsen zu fördern und Entscheidern in Kliniken, Pflegeheimen sowie in Kur- und Wellness- Einrichtungen die Leistungsfähigkeit der heimischen Hersteller von Medizin- und Gesundheitstextilien zu verdeutlichen. 


An dem vom sächsischen Wirtschaftsministerium (SMWA) geförderten Vorhaben beteiligten sich zwölf vti-Mitgliedsfirmen. Als strategische Partner fungierten die AOK PLUS für Sachsen und Thüringen, der HEALTHY SAXONY e. V., Dresden und das STFI Chemnitz.  Der e-hoch-x-Beratungsgesellschaft mbH, Chemnitz, oblag im Auftrag des vti die Projektsteuerung.

Zu den Höhepunkten gehörten Symposium & Sonderschau zu Medizin- und Gesundheitstextilien während der 6. Int. Messe für Technische Textilien mtex+ Ende Mai/Anfang Juni 2016 in Chemnitz, wo Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch begrüßt werden konnte.

Die Homepage www.healthtextil.de und ein Kompetenzatlas entstanden. Im Herbst 2016 fand eine von Staatsminister Martin Dulig eröffnete mehrwöchige Gesundheitstextilien-Ausstellung im Foyer des SMWA in Dresden statt. Viel beachtete Ergebnisse des Projekts waren zudem Entwicklung und Markteinführung des multiresistente Keime (MRSA) vernichtenden Hightech-Textilsystems bacteriaEX durch die Firmen Spengler & Fürst, Crimmitschau, und Brändl Textil, Geyer. Dazu läuft gegenwärtig eine Praxis-Studie, an der das Uni-Klinikum Dresden und die Elblandkliniken Meißen beteiligt sind. Die Projektpartner von „health.textil“ wollen ihre Kooperation langfristig verstetigen. Deshalb hat der vti erneut einen Förderantrag eingereicht. 

http://www.healthtextil.de 

Hightech & Tradition

Die Textil- und Modeindustrie der neuen Bundesländer ist eine weltweit bekannte Hightech-Branche mit großer Tradition. Insbesondere die Textilhersteller in Sachsen und Thüringen gehörten zu den Wegbereitern der industriellen Revolution in Deutschland.

 

Das Verbandsgebiet des vti gehört zu den wenigen europäischen Regionen mit einer geschlossenen textilen Kette. Sie umfasst Spinnereien, Webereien, Vliesstoffproduzenten, Veredler, Strickereien, Strumpfwirkereien, Hersteller von Heim- und Haustextilien, Designer & Konfektionäre für Schutzbekleidung und Mode sowie Produzenten technischer Textilien.

 

Insgesamt sind 16.000 Menschen in der mittelständisch geprägten Branche tätig, davon 12.000 in Sachsen und 2.500 in Thüringen. Mehr als 50 Prozent des Produktionsvolumens entfallen auf Technische Textilien, rund 30 Prozent auf Heimtextilien sowie knapp 20 Prozent auf Mode und Bekleidung.


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