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31. März 2010
Kreditversicherer –
Auswertung der Umfrage
Der Gesamtverband textil+mode hat
die Umfrage zur Kreditversicherung ausgewertet. Sie finden die
prozentualen Antworten beigefügt.
Insgesamt gab es einen Rücklauf von 57 Antworten,
außerdem wurden uns vereinzelt Antwortbögen übermittelt, in
denen die Unternehmen angegeben haben, keinen Kreditversicherer
zu haben. Diese hat der Gesamtverband nicht weiter
berücksichtigt.
Wesentliches Ziel der Umfrage war es herauszufinden,
-
ob und wie das
staatliche Top up-Modell wirkt,
-
wie wichtig
eine staatliche Lösung für Fälle ist, in denen überhaupt keine
Deckung gewährt wird.
-
Ob eine
Ausdehnung des Top up-Modells sinnvoll ist, indem der Staat
die den bestehenden Schutz nicht nur verdoppelt, sondern z. B.
verdrei- oder vierfacht (Extended Top up).
Das Top
up-Modell ist für die meisten Unternehmen nicht attraktiv.
Hier wurde als Begründung zum Teil der Preis genannt, aber auch
mehrfach, dass man eben Kunden habe, für die gar keine Deckung
besteht. Beim Preis raten wir Ihnen, genauer hinzuschauen. Er
berechnet sich anders – zielgenauer – als Ihre gewohnte
Umsatzprämie. Sie können die beiden Größen deshalb nicht
miteinander vergleichen.
Jedes vierte Unternehmen kann mit dem Begriff Top up nichts
anfangen. Falls Sie dazugehören, aber eine unzureichende Deckung
von Abnehmern haben, bitten wir darum, uns zu kontaktieren,
damit wir Sie zu diesem Thema informieren können. In einem Satz:
Top up bedeutet, dass Sie für Kunden, bei denen Ihr
Kreditversicherer nur ein begrenztes Limit zur Verfügung stellt,
eine Verdoppelung der Absicherung erlangen können.
Einzelne Unternehmen sind der Auffassung, dass ihr Versicherer
eine solche Deckung nicht anbietet. Hier sollten Sie Ihren
Versicherer kontaktieren, denn Sie unterliegen einem Irrtum.
Jeder Versicherer hat einen Vertrag mit dem Bund geschlossen und
bietet Top up an.
63 % der Unternehmen
sprechen sich für eine staatliche Lösung aus, bei der der Staat
auch Kunden versichert, die vom privaten Versicherer gar nicht
mehr gedeckt werden (Ground up-Modell).
Immerhin 26 % halten es
heute für zu früh, sich hierzu zu positionieren.
Das sog. Extended Top up ist hingegen keine Lösung. Zwei
Drittel der Unternehmen sehen darin keine Lösung, nur jeder
Zehnte sähe darin wirklich eine Lösung seiner Probleme, jeder
fünfte fände es sinnvoll, hält es aber nicht für einen Ersatz.
Erstaunt haben uns die Aussagen zur Deckungspraxis. Rund
45 % der Unternehmen
bewerten diese als gut oder insgesamt gut. 54 %
finden Sie unbefriedigend, aber ein Fünftel sieht eine Besserung
der Deckung.
Insgesamt scheint sich die Deckungspraxis wohl langsam zu
verbessern. Im Inland sind insgesamt nur kleinere Umsatzanteile
von der fehlenden Deckung betroffen (lediglich 4 % der
Unternehmen haben eine Betroffenheit von mehr als 20 Prozent des
Umsatzes). Im Ausland liegen die Zahlen höher. Die Absicherung
kann hier nur über die staatlichen Hermesdeckungen
erfolgen. Auch hierauf wollen wir Sie noch einmal
ausdrücklich hinweisen. Nähere Informationen finden Sie z.
B. unter
www.agaportal.de.
Insgesamt werden wir
gemeinsam mit unserem Dachverband Gesamverband textil+mode das
Thema Kreditversicherung zunächst lediglich beobachten.
Das Eintreten für ein Ground up-Modell scheint aufgrund der
erheblichen Widerstände auf der einen Seite (ordnungspolitischer
Art, da Beihilfe) und der sich langsam bessernden Konjunktur auf
der anderen Seite zurzeit nicht Erfolg versprechend. Grund
hierfür ist auch die bislang geringe Akzeptanz des Top
up-Modells, die uns im politischen Raum entgegengehalten wurde.
Die Kosten für eine Ground up-Lösung wären vermutlich noch höher
als die einer Top up-Deckung, die von vielen als zu teuer
empfunden wird. Außerdem würde eine Ground up-Absicherung auch
nicht unterschiedslos an jedes Unternehmen gegeben, sondern wäre
von einem gewissen Grad an Bonität abhängig. Die maximal
erzielbare Wirkung wäre deshalb vermutlich geringer als erhofft.
Aus vorstehenden Gründen wollen wir weitere Aktionen in diesem
Feld von der wirtschaftlichen Entwicklung der kommenden Monate
abhängig machen.
Danach werden wir gemeinsam mit Ihnen entscheiden müssen, ob
-
wir uns für
eine Verlängerung des Top up-Modells über 2010 hinaus
einsetzen werden (dann läuft es aus),
-
wir über Ende
2010 hinaus die weitere Absicherung der Exporte auch in EU und
OECD-Länder benötigen (läuft dann ebenfalls aus), die über die
staatliche Hermesdeckung offensichtlich zurzeit ganz gut
funktioniert.
-
Ein klares
Bedürfnis für ein Ground up im Inland besteht.
An Ihrer
Einschätzung der Lage sind wir interessiert. Für Ihre
Rückmeldung wären wir deshalb dankbar.
Kontakt:
Dr. Peter Werkstätter
Geschäftsführer
Tel.: 0371 - 53 47 249
e-Mail: peter.werkstaetter@vti-online.de
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