| 16. März 2009 Erste deutsche Zukunftskonferenz Textil ein voller Erfolg "Die 260 Teilnehmer der ersten deutsche Zukunftskonferenz Textil haben zwei spannende und informative Tage des Dialogs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erlebt. Wir müssen und werden es schaffen, dass sich unsere Industrie künftig immer so wirksam präsentiert wie hier Chemnitz." Mit diesen Worten zog Peter Schwartze, Präsident der Gesamtverbandes textil+mode (t+m), das Resümee des erfolgreichen Branchentreffs am 12./13. März in der Messe Chemnitz. Zu den internationalen Gästen gehörten Vertreter von Textilverbänden sowie Textilexperten aus Österreich, Polen, der Schweiz und Tschechien. Eingeladen hatten das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, der Gesamtverband t+m sowie der vti. Zum Auftakt der Konferenz hatten sich die Teilnehmer im Rahmen einer Exkursion von der Leistungsfähigkeit des Sächsischen Textilforschungsinstituts Chemnitz überzeugt. Anschließend fand im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz eine Pressekonferenz statt, auf der Verbandspräsident Peter Schwartze den Journalisten die Bedeuung der 140.000 Beschäftigte zählenden Branche u.a. mit folgenden Worten verdeutlichte: "Unser Industriezweig ist technologisch hoch entwickelt. Innovative Textilien und textile Verbundstoffe ‚Made in Germany’ sind herkömmlichen Materialien für den Einsatz in Industrie, Bau- und Verkehrswesen, Umweltschutz und Medizin in der Regel überlegen. Bei den an Bedeutung gewinnenden technischen Textilien ist Deutschland Weltmarktführer. Das verdanken wir in erster Linie der engen Vernetzung der Unternehmen mit den insgesamt 17 Textilforschungseinrichtungen. Die staatliche Forschungsförderung bildet dafür die Grundlage." Politische Prominz zu Gast Den abendlichen Empfang am selben Ort eröffnete vti-Hauptgeschäftsführer Bertram Höfer. Er übergab das Wort an prominente Gäste aus der Politik. "Die Entwicklung der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Transformation einer klassischen Branche", so Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Bei den technischen Textilien spiele die ostdeutsche Branche mit einem Anteil von 42 Prozent am Gesamtumsatz schon heute in der ersten Liga. An die anwesenden Textilunternehmer gewandt, sagte der Minister: "Im Unterschied zu denen, die gegenwärtige Krise verursacht haben, sind Sie ehrbare Kaufleute. Sie haben das Wohl und Wehe Ihrer Mitarbeiter im Blick und tragen das unternehmerische Risiko. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich." Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung brachte den Zeitpunkt der Konferenz in den Zusammenhang mit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. "Gerade wenn’s stürmt, muss man sich zusammensetzten", so sein Kommentar. Er charakterisierte das in Sachsen vorhandene Cluster von textilen Unternehmen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen als wichtigen Motor für die gesamtdeutsche Branche. Mehr denn je gehe es jetzt darum, die Kräfte zu bündeln. Dr. Albrecht Buttolo, Sächsischer Staatsminister des Innern, bezeichnete Chemnitz als die "Hauptstadt" von Europas größter Textilregion, die sich über Brandenburg und Sachsen, die angrenzenden Gebiete von Polen und Tschechien, bis hin nach Thüringen und Bayern erstrecke. Er erinnerte an weltweit bekannte sächsische Erfindungen wie die Nähwirktechnologie MALIMO®. Die vom Freistaat Sachsen gegenwärtig unterstützte Verbundinitiative Technische Textilien diene dazu, international wettbewerbsfähige strategische Netzwerke von Unternehmen und Forschungseinrichtungen herauszubilden. Wie Prof. Dr. Christian Juckenack, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, betonte, wolle seine Regierung auch künftig ihren Beitrag dazu leisten, dass kleine mittelständischen Betriebe durch die Kooperation mit Forschungsinstituten innovative Erzeugnisse hervorbringen können. Als Beispiel nannte er in Thüringen entwickelte Leuchttextilien. Hochkarätige Akteure - viele Gespräche Der zweite Konferenztag war geprägt von mehreren interessanten Fachvorträgen und zwei lebhaften Podiumsdiskussionen im Konferenzbereich der Messe Chemnitz. Zur Eröffnung sprachen Alexander zu Hohenlohe, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, und der Chemnitzer Bürgermeister Berthold Brehm. Vortragende bzw. Akteure während der Podiumsdiskussion waren Peter Schwartze (Präsident von t+m), Dr. Uwe Vohrer (Fraunhofer Institut Stuttgart), Karin Terdenge (Gesamtverband t+m), Rolf A. Königs (Chairman CEO der AUNDE Group), Prof. Dr. Franz Rudolph (Sächsischer Textilbeauftragter), Thomas Lindner (Lindner Strumpfwerke GmbH, Hohenstein-Ernstthal), Dr. Peter Pfneisl (Präsident EURATEX), Lutz Walter (Leiter Forschung & Entwicklung EURATEX), Dr. Thomas Schweizer (Hauptgeschäftsführer des Schweizer Textil- und Bekleidungsverbandes), Klaus Huneke (Heimbach GmbH, Vorsitzender des Forschungskuratoriums Textil), Wolfgang Rohde (Vorstand IG Metall), Dr. Jan Marek (INOTEX Dvur Kralove, Tschechische Republik) und Prof. Ryszard M. Kozlowski (Institut für Naturfasern und Medizinische Pflanzen, Poznan, Polen). Die Moderation der Podiumsdiskussionen übernahmen Petra Gottwald ( Chefredakteurin Melliand Textilberichte) und Prof. Dr.-Ing. Hilmar Fuchs (Vorstandsvorsitzender des Sächsischen Textilforschungsinstituts Chemnitz). Know-how aus erster Hand Die Konferenzteilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich in einer repräsentativen Ausstellung von 15 der insgesamt 17 deutschen Textilforschungsinstitute mit neuesten Entwicklungen vertraut zu machen. Auf reges Interesse stieß zudem die vom vti und dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gezeigte Schau ECHT GEFÄLSCHT zur Marken- und Produktpiratie in der Textil- und Bekleidungsbranche. In den Konferenzpausen kam es zu zahlreichen Begegnungen zwischen Unternehmern und Forschern sowie Vertretern von Verbänden und Behörden. www.zukunft-textil.de |
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