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23. Dezember 2003 |
| Textiler
Innovationsverbund mit künftigen EU-Nachbarländern
entsteht |
Wichtige Weichenstellung für Wettbewerbsfähigkeit
der Firmen in der EURO TEXTIL REGION Ostdeutschland
- Polen - Tschechien vollzogen
Mehr als 20
Textilforschungseinrichtungen aus Deutschland, Polen
und Tschechien wollen mit Beginn der
EU-Osterweiterung am 1. Mai 2004 in einem
Innovationsverbund EURO TEXTIL REGION
zusammenarbeiten. Das haben die Vertreter der
Institute, Universitäten und Hochschulen aus den
benachbarten Ländern im Rahmen des 7.
Textil-Symposiums "Innovationen in der EURO TEXTIL
REGION " am 11. Dezember 2003 in Forst/Lausitz in
einer gemeinsamen Absichtserklärung (Letter of
Intent) vereinbart. Zu der zweitägigen Konferenz, an
der insgesamt 180 Experten aus Textilwirtschaft,
Wissenschaft und Politik teilnahmen, hatten der
Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und
Bekleidungsindustrie e. V. (vti), das Centrum für
Innovation und Techologie Guben (CIT) und das
Klaus-Steilmann-Institut an der BTU Cottbus
eingeladen.
"Wir haben in Forst eine wichtige Weiche für die
Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der
traditionellen Textil-Standorte in Ostdeutschland,
Polen und Tschechien unter den Bedingungen des
globalen Wettbewerbs gestellt", erklärte Rainer
Merkel, deutscher Sprecher der EURO TEXTIL REGION
(ETR) und Geschäftsführer im Verband der
Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie
e.V. (vti). "Europäische Hersteller von Textilien
und Bekleidung haben in der Zukunft auch dann auf
dem Weltmarkt eine Chance, wenn sie sich durch die
rasche Umsetzung neuester Forschungsergebnisse einen
Vorsprung vor der Billiglohn-Konkurrenz aus anderen
Erdteilen erhalten. Mit insgesamt 34 textilen
Forschungseinrichtungen verfügen wir in der EURO
TEXTIL REGION über ein einzigartiges
Innovationspotenzial, von dem die hier existierenden
Textil- und Bekleidungsunternehmen künftig noch
stärker profitieren sollen. Da die überwiegend
mittelständisch strukturierten Hersteller in der
Regel nicht über eigene Forschungsabteilungen
verfügen, müssen von der EU bzw. den einzelnen
Staaten finanzierte Förderprojekte helfen, die
Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis
herzustellen. Unsere seit mittlerweile drei Jahren
bestehende EURO TEXTIL REGION hat sich zum Ziel
gesetzt, dieses entstehende Innovations-Netzwerk zu
managen. Es wird getragen vom vti, vom Verband der
Polnischen Textilindustrie und von der Assoziation
der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie
Tschechiens."
In der ETR arbeiten insgesamt 71.000 qualifizierte
Arbeitskräfte in über 1.469 Textil- und
Bekleidungsunternehmen (Sachsen/Brandenburg: 502
Unternehmen mit 14.000 Beschäftigten - 7
Forschungseinrichtungen; Polen/Schlesien: 494
Unternehmen mit 25.000 Beschäftigten - 14
Forschungseinrichtungen; Tschechien/Nordböhmen: 473
Unternehmen mit 32.000 Beschäftigten - 13
Forschungseinrichtungen).
Elektronische Kooperationsbörse überwindet
Sprachbarriere
Als einen der wichtigsten Schritte bezeichnet
der ETR-Sprecher die weitere Vervollkommnung der
Informationen über die jeweils andere Seite. So
werde das bestehende Internet-Portal
www.eurotextilregion.de
mit Beginn des neuen Jahres um eine umfangreiche
Datenbank erweitert. Sie enthält Profile von Textil-
und Bekleidungsfirmen, Forschungsinstitutionen,
Dienstleistern und Verbänden der EURO TEXTIL REGION.
In eine zusätzliche elektronische Kooperationsbörse
können Angebote und Gesuche von Produkten,
Dienstleistungen, Material sowie Maschinen und
Ausrüstungen in Deutsch, Polnisch oder Tschechisch
eingestellt werden. Die Angaben werden unter
Verwendung eines textilen Fachwörterbuches
automatisch in jede der drei Sprachen übersetzt und
umgehend an potenzielle Interessenten per E-Mail
weitergeleitet.
Europas Textil- und Bekleidungsbranche vor
beispielloser Herausforderung
Die Schaffung der EURO TEXTIL REGION und die
Vorbereitung des Innovationsverbundes seien Schritte
in die richtige Richtung, erklärte Lutz Walter,
Vertreter der Dachvereinigung der europäischen
Textil- und Bekleidungsverbände EURATEX, auf dem
Textilsymposium in Forst. Die Textil- und
Bekleidungsbranche Europas stehe vor einer
beispiellosen Herausforderung. Mit Beginn des Jahres
2005 werde sie erstmals nach vier Jahrzehnten den
gleichen (offenen) Handels- und Einfuhrregeln
unterliegen wie jeder andere Industriesektor. Dies
geschehe wenige Monate nach der Vergrößerung des
europäischen Binnenmarktes durch die
EU-Osterweiterung, mit dann über 2,5 Millionen
Beschäftigten im Textil- und Bekleidungssektor.
EURATEX setze sich bei Politik und Behörden für die
Unterstützung der vorwiegend mittelständischen
Unternehmen bei der Bewältigung dieses Prozesses
ein.
www.euratex.org
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