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11. Juni 2004
vti-Jahresmitgliederversammlung am 9. Juni in Chemnitz
Innovationsfreudigkeit bescherte der Branche Exporterfolge
Trotz der komplizierten konjunkturellen Lage ist der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti) im vergangenen Jahr sowohl hinsichtlich seiner Mitgliederstruktur als auch seines wirtschaftspolitischen Einflusses gewachsen. Das konstatierte vti- Vorstandsvorsitzender Wolf-E. Heindorf im Rechenschaftsbericht zur Jahresmitgliederversammlung des Verbandes am 9. Juni im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz. Er würdigte insbesondere die Innovationsfreudigkeit der ostdeutschen Unternehmen, die ihnen Chancen auf den internationalen Märkten eröffne. "Nach den endgültigen statistischen Angaben entwickelte sich der Umsatz in 2003 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 % rückläufig, wobei der Export mit + 5,1 % wiederum der Motor der Entwicklung war", berichtete Heindorf. "Wie schon in den vergangenen Jahren zeigte die Textilindustrie beim Umsatz mit -1,3 % eine deutlich bessere Entwicklung als die Bekleidungsindustrie mit - 3,4%. Die schwierige wirtschaftliche Lage hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Beschäftigung. Nach differenzierten Entwicklungen in den Vorjahren wurden 2003 in der Textilindustrie 3,4 % der Arbeitsplätze abgebaut, in der Bekleidungsindustrie sogar 8,8 %, so dass insgesamt ein Rückgang um 4,3 % - das sind ca. 900 Arbeitsplätze - zu verzeichnen war. In der Produktivität, gemessen am Umsatz je Beschäftigten, wurde ein leichter Zuwachs von 2,8 % erreicht. Damit hat der Aufholprozess langsam wieder Fahrt aufgenommen." In diesem Zusammenhang erinnerte er an die zu Jahresbeginn vom INNtex e.V. präsentierten Zwischenergebnisse des InnoRegio-Projekts "Textilregion Mittelsachsen" (
www.inntex.de) Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete der Redner, die maßgeblich vom vti getragenen Aktivitäten der Euro Textil Region Dreiländer-Eck Deutschland - Polen - Tschechien (www.eurotextilregion.de).
Wolf-E. Heindorf berichtete, dass die ostdeutsche Branche 2003 die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze auf 372 erhöht hat, von denen jedoch nicht alle vergeben werden konnten. Nach wie vor falle es schwer, geeignete Bewerber zu finden. Zum Problem der Fremdfinanzierung sagte der vti-Vorstandsvorsitzende: "Das gegenwärtige Branchenrating erweist sich dabei als großes Hindernis. Es ergab für die Textil- und Bekleidungsindustrie lediglich die Note 5. In einer Beratung mit dem zuständigen Rating-Unternehmen wurden erste Korrekturen diskutiert und Grundlagen für ein gerechtes Branchenrating gelegt." Kritisch setzte er sich mit den hohen Kosten für Energie, Wasser und Abwasser in Ostdeutschland auseinander. Zu den aus der EU-Chemikalienpolitik erwachsenden Mehrbelastungen erklärte Wolf-E. Heindorf: " Es droht der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen in der Textilindustrie und ihrer Wertschöpfungskette, wie das gemeinsam durchgeführte 'Planspiel' in Nordrhein-Westfalen beweist. Wir meinen, die Gesundheit der Menschen und die Umwelt lassen sich auch schützen, ohne den bürokratischen Aufwand noch weiter auszudehnen und die Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität unserer Unternehmen weiter einzuschränken."

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